Mittwoch, 3. Oktober 2012

Dienstag, 11.09.2012 – Vom höchsten Gipfel in den grünen Kessel

Für den heutigen Tag haben wir uns so einiges vorgenommen, doch wie viel am Ende daraus wird, übertrifft die beste Planung.

Um den höchsten Gipfel Madeiras zu erklimmen, heißt es zeitig aufzustehen, denn laut Wanderführer würden gegen Mittag aufziehende Wolken den Berg einhüllen. Laut Wecker ist schon um sechs Uhr die Nacht zu Ende, denn es steht uns noch eine zweistündige Fahrt in den nordöstlichen Teil bevor.

Der Morgen beginnt wenig erfolgversprechend wolkenverhangen und mit Nieselregen. Aber geplant ist geplant und das Wetter kann sich manchmal recht schnell ändern. Als Alternative gibt es in der Nähe eine schöne Levadawanderung.

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Bis zum Parkplatz 300 m unterhalb des Gipfels begleitet uns eine geschlossene Wolkendecke und hier oben auf 1500 m sind wir sogar mittendrin. Doch da die Sicht immerhin bis 200 m beträgt und wir einmal so weit gekommen sind, wagen wir den Aufstieg.

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Auf einem gut gepflasterten Weg erreichen wir die Berghütte 100 m unterhalb des Gipfels und plötzlich reißt die Wolkendecke auf.

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Nachdem die letzten Meter erklommen sind, bietet sich uns ein grandioses Panorama, welches durch die Wolken in immer größeren Bruchstücken freigegeben wird, bis wir fast eine Rundumsicht genießen können.

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Auf dem Weg nach unten zieht es wieder zu und den restlichen Tag auf der Nordseite der Insel lässt sich die Sonne nicht mehr blicken.

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Einige hundert Meter weiter unten nehmen wir anschließend die Alternativwanderung in Angriff. Eigentlich soll es nur eine gemütliche Wanderung auf einem zwei Kilometer langen Abschnitt der Levada do Caldeirão Verde werden. Doch am gedachten Wendepunkt fühlen wir uns so gut, dass wir beschließen weiter zu gehen.

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Der anfänglich breite Spazierweg wird immer schmaler und unwegsamer. 30 cm schmale Mäuerchen sind nur mit dünnen Drahtseilen gegen dutzende Meter tiefe Abgründe gesichert.

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Es geht durch stockdunkle, feuchte und holperige Tunnel, deren Decken sich bedrohlich dem Boden nähern. Die Taschenlampen befinden sich natürlich gut verstaut im Auto, da keine Tunnel geplant waren. So muss die Videoleuchte des Camcorders als Ersatzlampe herhalten.

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Schließlich erreichen wir nach weiteren sechseinhalb Kilometern den grünen Kessel, den Endpunkt dieser Levadawanderung. An diesem Punkt schließt sich zwar eine weitere Strecke zum nächsten spektakulären Ziel, dem Höllenkessel (Caldeirão do Inferno) an, doch das verkneifen wir und, denn schon jetzt haben wir fast 9 km Rückweg auf den gleichen Pfaden vor uns und im Anschluss eine zweistündige Autotour.

Wir besichtigen den kreisrunden, grünen Caldeirão Verde mit seinem hohen Wasserfall und kehren um.

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Kurz vor dem Erreichen des Parkplatzes schlurfen wir in die dortige Snackbar, um uns mit einem “Madeira-Burger” für die Rückfahrt zu stärken.

Die über zwanzig Kilometer des heutigen Tages haben uns ganz schön geschafft, so dass wir nach einer Dusche todmüde ins Bett fallen.

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